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Südafrikanische Küche: Braai, Bobotie und Cape-Malay-Curry

Redaktion · 09.08.2026

Die südafrikanische Küche hat vier Wurzeln: einheimisches afrikanisches Getreide und Eintöpfe, die Kost niederländischer und hugenottischer Siedler, die Cape-Malay-Küche der aus Indonesien und Malaysia verschleppten Menschen und das indische Essen der Vertragsarbeiter, die ab 1860 nach Natal kamen. Sie sind nicht zu einer Küche verschmolzen, sondern bestehen nebeneinander fort.

Braai

Ein Braai ist ein Grillfest und zugleich eine soziale Form; das Wort ist Verb, Substantiv und Anlass. Gegrillt wird über Holz oder Kohle, nie über Gas, und wer am Feuer steht, wird nicht abgelöst. Standard ist Boerewors, eine spiralig gerollte Bauernwurst aus grob gewolftem Rind mit Koriander und Nelke, dazu Lammkoteletts, Steak und Sosaties, in Curry und Aprikose marinierte Spieße. Beilagen sind Pap, ein fester Maisbrei, mit Tomaten-Zwiebel-Sauce und Chakalaka, einem würzigen Gemüserelish. Der Braai-Tag wird am 24. September begangen, dem Tag des Erbes.

Potjiekos

Ein dreibeiniger Gusseisentopf steht direkt in der Glut und bleibt stundenlang stehen, in Schichten aus Fleisch und Gemüse gefüllt und nie umgerührt. Er stammt aus der Kochweise der niederländischen Siedler auf dem Treck und ist bis heute ein Wochenendritual.

Cape Malay

Die Küche der Gemeinschaft aus dem Bo-Kaap ist aromatisch, nicht scharf. Bobotie ist gewürztes Hackfleisch mit Trockenfrüchten unter einer gebackenen Eiercreme, serviert mit gelbem Reis und Rosinen — man kann es als Nationalgericht bezeichnen. Denningvleis ist ein säuerlicher Lammeintopf, und Koeksisters sind geflochtene, in Sirup getränkte Krapfen, zu unterscheiden vom malaiischen Koesister, der gewürzt und in Kokos gewälzt wird.

Durban und die indische Küche

Durban hat die größte indische Bevölkerung aller Städte ausserhalb Indiens und eine eigene Currytradition, schärfer als die vom Kap und stark auf Chili und Masala gebaut. Bunny Chow ist ein ausgehöhlter halber Weißbrotlaib, gefüllt mit Curry, erfunden, damit Arbeiter, denen Restaurants verschlossen waren, eine Mahlzeit mitnehmen konnten; man isst es mit den Händen, Besteck kommt nicht vor.

Snacks und Grundnahrung

Biltong ist luftgetrocknetes, gepökeltes Rind- oder Wildfleisch, näher an italienischer Bresaola als an Jerky, und Droewors ist die Wurstvariante. Neben Bunny Chow ist Kota das alltägliche Township-Essen, ein Viertelbrot mit Pommes, Fleischwurst und Atchar. Pap und Shisa Nyama, nach Gewicht in der Metzgerei gekauftes und vor Ort gegrilltes Fleisch, sind das übliche Wochenendessen in Soweto und sehr zu empfehlen.

Getränke

Wein vom Kap ist Weltklasse und im internationalen Vergleich günstig. Rooibos, ein Strauchtee aus dem Cederberg, der nirgendwo sonst wächst, ist koffeinfrei und wird überall getrunken. Dazu kommen Amarula, ein Sahnelikör aus der Marulafrucht, und Craft-Bier aus einer schnell wachsenden Szene. Leitungswasser ist in den großen Städten trinkbar.

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